04-2011: Girls´und Boys´Day

Berufs-und Lebensorientierung im Schuljahr 2010/2011

Aktionen in der Realschule am 14.04.2011
– Beteiligte Kolleginnen und Kollegen SI, HT, B, HI, SE
– Herr Lehre vom Gesundheitsamt Herford
– Herr Zumpe von pro familia Bünde
– Gartenverein Spenge

Im Rahmen der Gender Mainstreaming Diskussion soll der Blick weg von „den Frauen“ – also den frauenspezifischen Problemen hin zu einer durchgängigen Gleichstellungsorientierung ausgerichtet werden.

Es geht um einen neuen, begleiteten Wahrnehmungsprozess. Es soll bewusst gemacht werden, wie sich die Einstellung zu den Geschlechterrollen entwickelt.

Ziel ist es, in der Schullaufbahn immer wieder Angebote zu machen, damit je nach persönlichem Entwicklungsstand und momentanem Empfinden, lebenswichtige Einstellungen bedacht werden können. Dazu gehören auch Berufsorientierungen-und die Konfrontation mit den unterschiedlichsten Lebensplanungen. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen soll Mut machen und Zugänge ebnen.

Der landesweite Girls´ und Boys´ Day bietet die Chance, eigene Erfahrungen zu sammeln und Verhaltensweisen bei einer Bewerbung erstmals zu erproben.

Nach den guten Erfahrungen des letzten Jahres, ist in diesem Schuljahr 2010/2011 der Schwerpunkt auf den gesamten 7. und 8. Jahrgang gelegt worden.

Die Schülerinnen des 7.und 8. Jahrgangs wurden aufgefordert, eigenständig und eigenverantwortlich einen geeigneten Betrieb zu suchen, in dem sie ihr Schnupperpraktikum durchführen konnten. Voraussetzung war, dass das ausgesuchte Berufsfeld eher von Männern ausgeübt wird und aus einem technischen Bereich stammt.

38 von 55 Mädchen fanden einen Platz und nur einige griffen auf eine Betriebs-Liste, die in den Vorjahren angelegt worden war, zurück.
Die 17 Schülerinnen, die zur Schule kamen, erarbeiteten sich drei Bereiche.
1. Eine Gesprächsrunde über die Kinderarbeit wurde vorbereitet und durchgeführt.
2. Angeleitet durch einen Kollegen, erwarben sie praktische Kenntnisse zur
Fahrradreparatur(Radwechsel, Bremsen einstellen und Schlauchreparatur).
3. Begleitet durch den heimischen Kleingärtnerverein, erlebten die Schülerinnen die körperliche
Anstrengung der Bodenbearbeitung zur Vorbereitung des Säens von Sommerpflanzen.

Die Jungen des 8. Jahrganges haben sich ebenfalls Praktikumsstellen gesucht, die aus dem pflegerischen oder Dienstleistungsbereich stammen sollten. Eine Liste(siehe Anlage) von möglichen Betrieben wurde erarbeitet und 10 bereits „vorreservierte“ Plätze konnten angeboten werden. Lange im Vorfeld wurde auf die Aktion hingewiesen, sodass auch unschlüssige Schüler motiviert waren eine Stelle festzumachen.
9 von 35 Jungen kamen zur Schule und durchliefen hier zwei mehrstündige Aktionen.

Unter Anleitung eines Kollegen haben die Jungen eine cremige Tomatensuppe zubereitet. Die Kleingruppen bewährten sich sehr und erzielten ein überzeugendes Ergebnis.

Der anschließende Haushaltsparcours trainierte die Fertigkeiten des Knopf-Annähens, des Bügelns und das Zusammenlegen von Wäsche. Die Kenntnisse rund um die Wäschepflege und die Bereitschaft, diese Aufgaben selber zu erledigen, variierten erheblich. Nach einer zeitnahen Evaluation soll dieser Parcours bei einer ähnlichen Veranstaltung erneut angeboten werden.

Die Jungen des 7.Jahrgangs waren vollständig in zwei interaktive Programme von pro familia und des Gesundheitsamtes Herford eingebunden. Der inhaltliche Schwerpunkt lag in der Lebensplanung und dem männlichen Rollenverständnis. Durch Rollenspiele, Pantomime und eine Fotoaktion näherten sich die Schüler dem Thema: Wer will ich sein? Wie kann ich mich darstellen?
Verschiedene Verhaltensmuster und auch die „weiche Seite“ konnten dargestellt und ausprobierten werden.
Bei der Evaluation stellte sich heraus, dass die Gruppengröße in einigen Arbeitseinheiten kleiner sein könnte, damit genügend Raum bleibt, Einstellungen und Redeweisen unter Jungen zu bedenken und es mit eigenen Wünschen zu vergleichen.