09-2015: Polen

Internationale deutsch-polnische Jugendbegegnung
vom 20.09. bis 25.09.2015 in Kreisau (Polen)

Zusammengetragen von Vanessa Pieszek

Am Sonntag, den 20.09.2015 sind wir um 6.00 Uhr, noch ziemlich müde, in Spenge los gefahren. Wir, das sind Schüler und Schülerinnen der Realschule Spenge aus den achten, neunten und zehnten Klassen, sowie unsere Lehrer Herr Speck und Frau Harting. Vor uns lagen ca. 880 km und die Fahrt dauerte insgesamt 10 Stunden. Die letzten 160 Kilometer sind wir durch Polen gefahren. Dort war die Landschaft anders als in Deutschland. An vielen Häusern sind die Fassaden beschädigt. Die Landschaft ist recht weitläufig mit großen Feldern. Trotz der langen Fahrt kamen wir neugierig in Kreisau an. Das Gelände des Gutshofes sah sehr beeindruckend aus. Nach der Zimmerverteilung hatten wir Zeit für uns. Mit den polnischen Schülern und Schülerinnen versammelten wir uns dann in der alten Scheune für einige Kennenlernspiele. Um 22.00 Uhr begann die Nachtruhe.
(Tobias, Vincent)

Am Montag, 21.09.2015 war der erste richtige Tag in der Jugendbegegnungsstätte in Kreisau. Die 20 polnischen Schülerinnen und Schüler sind so alt wie wir und hatten ebenfalls eine lange, siebenstündige Anreise aus Opoczno. Um uns kennenzulernen haben wir Namensspiele gemacht. Hierbei bei sollten wir uns Partner suchen und uns über vorgegebene Themen austauschen. Eine kreative Aufgabe war, einen Turm aus verschieden Materialien (Nudeln, Kreppband usw.) zu bauen. Nach einer kurzen Pause bekamen wir dann eine Führung durch unser Gelände in Kreisau. Dies fanden die meisten sehr interessant. Im Schlossgarten schauten wir uns die Ausstellung „Mut und Versöhnung“ an. Wir bewegten uns durch ein Labyrinth von Stahlplatten. Überall standen Gedenktafeln zu den Verbrechen während des Krieges und Erinnerungen an die Versöhnungsmesse im November 1989. An den Wänden war z.B. zu lesen: „ …wir vergeben und bitten um Vergebung.“ Die deutsch-polnische Beziehung ist seit dieser Zeit anders geworden. Außerdem wurde uns etwas über das Berghaus erzählt, welches in den Jahren 1942/43 ein Treffpunkt für die Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ war. Alle vier Parteien (siehe Foto) konnten miteinander Sprechen und Vereinbarungen für die Nachkriegszeit treffen. Helmut James von Moltke (der Mitbegründer des Kreises) hat im Nachrichtendienst der deutschen Wehrmacht gearbeitet und trotzdem an einer „geistigen Revolution“ gegen Hitler teilgenommen. Seine Tätigkeiten wurden bekannt. Später wurde er verhaftet und erhängt. Als letztes konnten wir das Gutsschloss ansehen. Die Familie von Moltke kaufte das Anwesen 1867 für 100000 Taler und bewirtschaftete es.
(Michel, Jonas, Tobias)

Dienstag, 22.09.2015: Wir fuhren nach Breslau. Bei der Ankunft bildeten wir gemischte deutsch-polnische 6er Gruppen. In diesen Gruppen sollten wir eine Stadtrallye durch Breslau machen. Dabei konnte man die vielen alten und schönen Häuser sehen. Breslau hat viele Denkmäler und Kirchen. Dort sollten wir verschiedene Punkte in der Stadt aufsuchen, z.B. die Uni. Während der Rallye machten wir Selfies vor den Sehenswürdigkeiten und auch vor den eisernen Zwergen. Danach sind wir zum Shoppen in das Einkaufszentrum gegangen. Nach unserem Aufenthalt im Zentrum fuhren wir in den Zoo. Dort haben wir uns das Aquarium angeschaut. Das Aquarium war sehr interessant, weil wir dort Tiere gesehen haben, die es bei uns im Zoo nicht gibt, z.B. die Seekuh. Nach dem Zoobesuch ging es zurück zum Gutshof.
(Frederike, Nils, Maurice)

Am Mittwoch den 23.09.2015 haben wir uns nach dem Frühstück in der alten Scheune getroffen. Zuerst haben wir ein Warm-up gemacht, wobei wir uns alle eine Geste zu unserem Namen ausdenken mussten, damit man sich die Namen noch besser merken kann. In dem anschließenden Workshop haben wir uns gegenseitig Fragen gestellt. Bevor wir darüber ins Gespräch kamen, haben wir ein Plakat erstellt, auf dem wir die Umrisse von Deutschland und Polen einzeichneten, als auch die wichtigsten Städte und Sehenswürdigkeiten. Bei der Erstellung der Plakate haben wir viel miteinander geredet und versucht, unsere Ideen den anderen vorzustellen. Auf Englisch, Deutsch und mit „Händen und Füßen“ konnten wir uns gut verständigen. In den kleinen Gruppen hat es uns Spaß gemacht, zu arbeiten. Zum Schluss saßen wir alle zusammen im Stuhlkreis und haben uns unsere Plakate vorgestellt.
(Henrike und Drenas)

Nachmittags sind wir dann im Eulengebirge gewandert. Bei der Hinfahrt sahen wir viele alte Brücken und Häuser. Die Straße führte immer höher in den Berg bis wir bei den Skiliften ankamen. Dort startete unserer Wanderung. Der Weg war steil, steinig und uneben und damit schwierig zu begehen. An dem Weg lagen zwei bewirtschaftete Gasthäuser. Am Gipfel angekommen fanden wir ein Lagerfeuer und Sitzmöglichkeiten, die regengeschützt waren. Hier oben befand sich außerdem eine Eule aus Holz. Der Turm, der früher nur zwei Meter hoch war, erhielt seinen Namen zum Andenken an einen Feldmarschall. Eine spätere Namensänderung zum „Bismarkturm“ setzte sich nicht durch. Hinter dem Turm konnte man eine winzig kleine Kapelle erkennen. Wir haben dann noch ein Gruppenfoto gemacht, bevor es wieder bergab ging. Die Rückfahrt führte uns an einem riesigen Staudamm entlang. Dahinter sah man lediglich einen kleinen Flusslauf mit ein paar Häusern im Tal. Insgesamt war es ein anstrengender Tag.
(Silas)

Am Donnerstag, 24.09.2016 war der ganze Tag mit zwei Workshops verplant. In einem davon musste man eine Tasche kreative gestalten. Der andere Workshop war etwas anspruchsvoller, denn dort ging es um Diskriminierung und Vorurteile. Als erstes sollten wir drei Bilder malen. Zuerst ein Auto, einen Baum und schließlich ein Haus. Diese Bilder brauchten keine Details. Das Ergebnis zeigte, dass man niemanden verurteilen soll, weil er eine andereVorstellung hat. Als letzte Aufgabe sollten wir eine Zitrone charakterisieren. Das musste in Partnerarbeit erarbeitet werden. Das Schwierige hierbei war, sich mit dem polnischen Partner richtig zu verständigen. Diese charakterisierte Zitrone sollten wir dann den andern vorstellen. Zum besseren Verständnis wurde alles auf Englisch vorgetragen. Das Ergebnis des Tages war, dass wir einen Menschen nicht beurteilen können, wenn wir ihn nicht wirklich kennen. Nach denn beiden Workshops hatten wir dann Zeit für uns. Am Abend haben wir uns noch mal in der Alten Scheune versammelt und ein Feedback gegeben. Als Letztes war noch ein kleiner Discoabend für uns alle vorbereitet. Um 23.30 Uhr traten wir dann unsere Abfahrt aus Kreisau an. Der Abschied von den polnischen Freunden war sehr schwer.
(Max, Ben)

Am Freitag, 25.09.2015 sind wir nach einer sehr langen Fahrt endlich gegen Vormittag in Spenge am ZOB angekommen. Die Fahrt war sehr lang und jeder hatte sehr wenig Platz. Während wir schon am Ziel waren, machten sich unsere polnischen Freunde erst jetzt auf den Weg nach Opoczno (Gina). Die Rückmeldung von den deutschen und polnischen Schülern war gut und alle hoffen, dass man sich auf jeden Fall wiedersehen möchte.
(Tobias, Vincent)