NW 28.09.2019

 

Klimagipfel an der Realschule Spenge

Projekt: In fünf Workshops haben sich rund 50 Zehntklässler über die Situation unserer Wälder, über ökologisches Bauen und über die Insel der Zukunft informiert

Mitte November sind Schüler aus dem ganzen Kreis zum großen Klimagipfel nach Herford eingeladen. In Vorbereitung darauf hat die Realschule Spenge jetzt einen lokalen Klimagipfel für ihre Schülerinnen und Schüler in den eigenen Räumen initiiert. In fünf Workshops haben sich die etwa 50 Zehntklässler der Realschule einen Vormittag lang zum Beispiel über die Situation der Wälder im Kreis Herford oder über die „Insel der Zukunft“ informiert.
„Wir möchten für das Thema Klimawandel sensibilisieren“, sagt Lehrerin Elisabeth Harting, die den „Lokalen Klimagipfel“ gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Scheele organisiert hat. Gleichzeitig wolle die Realschule möglichst viele ihrer Schüler für die Teilnahme am Klimagipfel in Herford gewinnen. „Denn auch wir sind daran interessiert, dass viele aus eigenem Antrieb dorthin gehen.“
Im Fach Sozialwissenschaften, aber auch im Erdkunde- und Politikunterricht stehe das Thema derzeit auf dem Stundenplan. Als Ergänzung dazu hat die Schule jetzt für ihren Klimagipfel Experten aus der Region gewinnen können, die das Thema in unterschiedlichen Workshops aufgegriffen haben.
Unter anderem ist der Leiter des Regionalforstamtes OWL, Holger-Karsten Raguse, an diesem Morgen in die Schule gekommen. Er berichtet über den Zustand der heimischen Wälder nach den beiden Dürre-Sommern. Im Gepäck hat er die Rinde von einer absterbenden Buche.
Gegen das Licht gehalten sieht man, dass sie an unzähligen Stellen fein durchlöchert ist – das Werk des Buchen-Borkenkäfers. Bei dem trockenen und heißen Klima habe er „ideale Vermehrungsbedingungen“ gehabt, sagt Raguse. Und er habe auch deshalb leichtes Spiel, weil viele Bäume durch die Trockenheit „vitalitätsgeschwächt“ seien – gerade auch die Buchen.
Ein paar Räume weiter schaut sich eine andere Gruppe von Zehntklässlern einen Film über die „Insel der Zukunft“ an. Dabei geht es um das dänische Eiland Samsø, das schon seit Jahren CO2-neutral ist. Auf dem Weg zu einer vollständig „grünen“ Insel wird auch die Bevölkerung stark eingebunden. „Jeder darf seine Ideen mit einbringen“, sagt der 15-jährige Mattes nach dem Film. Das sei eine gute Sache.
Ebenso wie Mattes begrüßt auch seine Mitschülerin Mariella den lokalen Klimagipfel in ihrer Schule. Sie würden dabei einen Einblick in die aktuelle Klimasituation bekommen und wie man selbst als Schüler etwas ändern könne. „Das ist sehr gut, dass das hier angeboten wird“, sagt die 15-Jährige.
Anna Lena Mügge, Klimaschutzbeauftragte des Kreises Herford, informiert die Schüler unterdessen über aktuelle Projekte im Kreis Herford, Karl Kühn von der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland über „grüne Berufe“ und darüber, wie ein ökologisches Zuhause aussehen könnte, was es mit Photovoltaik auf sich hat oder wie wichtig eine gute Dämmung ist.
Auch Markus Tenkhoff von der Marketing-Agentur „get people“, die den Schüler-Klimagipfel am 12. November in Herford organisiert, ist in die Schule gekommen. Er übt mit den Jugendlichen, wie es ist, zum Thema Klimaschutz Interviews zu geben – oder sie zu führen. Während Adrian filmt, interviewt die 15-jährige Melissa ihren Mitschüler Kevin. „Was denkst du über den Klimawandel?“, fragt sie ihn.
Beim Klimagipfel in Herford sollten kurze Videos zum Thema „Wie sieht der Klimaschutz vor Ort aus“ eingespielt werden, erklärt Tenkhoff. „Und wir suchen jetzt Schüler-Reporter, die diese Interviews führen.“

NW, Artikel von Samstag 28.09.2019