WB 01.10.2019

Gegen den Klimawandel: Schüler engagieren sich

Lokaler Gipfel in der Realschule Spenge – Vorbereitung auf Veranstaltung am 12. Oktober in Herford

Der Klimawandel ist derzeit in aller Munde. Aber wie sind denn eigentlich die Zusammenhänge? Was sind die Ursachen, was die Folgen? Und wie kann man diesen entgegen wirken?

Am 12. Oktober findet der Schüler-Klimagipfel in Herford statt. Schon jetzt bereitet die Realschule Spenge ihre Zehntklässler auf dieses Ereignis vor. Jetzt fand der »lokale Klimagipfel« mit fünf verschiedenen Workshops statt, in denen Experten mit den Schülern Themen behandelten, die im weitesten Sinne mit Klima zu tun haben.

»Wir finden es ganz wichtig, unsere Schüler zu sensibilisieren und aufzuklären. Das Thema Klimawandel zieht sich durch den Biologie-, Erdkunde und Politikunterricht, wird sogar in Englisch touchiert«, sagt Schulleiter Ansgar Leder.

»Engagieren vor Ort« heißt das Motto, unter dem Anna-Lena Mügge, Klimaschutzbeauftragte des Kreises Herford, mit den Schülern ausarbeitete, welchen Beitrag jeder einzelne leisten kann und welche übergeordneten Angebote es bereits in der Region gibt.

Dass Einkaufen saisonaler und regionaler Produkte Sinn macht, wissen die Schüler. »Dadurch werden Abgase vermieden, die bei langen Transportwegen mit Lkw ausgestoßen werden«, sagen sie.

Was viele nicht wussten: »Nach dem Handyaufladen den Stecker aus der Dose ziehen, denn auch der Adapter ohne Endgerät zieht weiter Strom«, informiert Mügge.

Der Wald ist ein großer und wichtiger Themenbereich. Er ist der bedrohte Kompensator, wie Holger-Karsten Raguse, Leiter des regionalen Forstamtes Ostwestfalen Lippe erklärt. Der Wald sei Sauerstoffproduzent und schaffe durch seine regulatorischen Eigenschaften ein angenehmes Klima. »Wenn man im Sommer bei großer Hitze mal in den Wald geht, merkt man: hier ist es kühl, hier kann man gut durchatmen«, sagt der Fachmann. Jedoch setzten Hitze und Trockenheit dem Wald in den vergangenen Jahren enorm zu. Pflanzen sterben ab oder ihr Immunsystem ist derart geschwächt, dass Schädlinge leichtes Spiel haben. »Eine gesunde Fichte, deren Rinde von einem Borkenkäfer verletzt wird, harzt so viel, dass der Käfer kaum eine Chance hat«, sagt Raguse. Ein geschwächter, trockener Baum jedoch sei schutzlos.

Da helfe nur eines: »Mischen, mischen, mischen. Die Forstwirtschaft setzt jetzt vermehrt auf Gehölze aus südlicheren Regionen.«

Für die Zehntklässler, die im kommenden Sommer die Schule verlassen, war der Workshop von Karl Kühn von der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland besonders interessant. »Es muss ja Menschen geben, die die Klimawende umsetzen. Eine Vielzahl an Berufen aus verschiedenen Bereichen – zum Beispiel der erneuerbaren Energien – hat damit zu tun«, erläutert der Handwerksmeister. Die Bildungseinrichtung möchte ihre Schüler darin bestärken, selbst aktiv zu werden und bietet die Teilnahme am Schüler-Klimagipfel in Herford an.

WB, Artikel von Dienstag 01.10.2019