NW 09.12.2019

Franzosen zu Gast an der Realschule

Jugendliche aus Marans lernen den Alltag in Deutschland kennen und stellen Unterschiede fest. Beim Abschied fließen dann schon mal Tränen.

Deutschland und Frankreich – diese Beziehung ist mittlerweile von Freundschaft geprägt. Einen kleinen Teil dazu beitragen will auch in diesem Jahr wieder die Realschule Spenge mit dem seit 2007 stattfindenden Schüleraustausch. Schüler des Collège Marie-Eustelle aus Marans sind seit dem vergangenen Freitag bei Familien der Schüler der Realschule untergebracht.

Mit der deutschen Sprache vertraut werden

Im Dezember 2007 besuchte erstmals eine Gruppe französischer Gastschüler Spenge. Schwerpunkt des Besuches waren vor allem, das deutsche Alltagsleben kennenzulernen und mit der deutschen Sprache vertraut zu werden.

Auch in diesem Jahr waren dies entscheidende Merkmale des Austausches. „Die Ziele sind natürlich Bereitschaft und Offenheit, mit anderen Menschen zu sprechen, obwohl ich die Sprache nicht perfekt beherrsche“, erklärt Schulleiter Ansgar Leder. Organisiert haben den Austausch Elisabeth Harting von der Realschule Spenge und Fabienne Colas von der französischen Schule.

Für die Schüler aus Frankreich gab es ein abwechslungsreiches Programm. Nach der Ankunft ging es zunächst auf den Weihnachtsmarkt in Melle. Am Samstagmorgen trafen sie sich zusammen in der Schule zum Plätzchenbacken, Werken und Basteln.

„So etwas wie Plätzchenbacken wird in Frankreich zur Weihnachtszeit gar nicht gemacht“, erläutert Leder. Generell sei es wichtig, das interkulturelle Lernen zu stärken.

Insgesamt 24 Schüler waren bei 15 Familien zu Gast. Wie zum Beispiel der 12-jährige Mathéo. Er wohnt in der Zeit des Austausches bei Familie Thör. „Es gefällt mir hier gut. Es ist schön, dass es hier so viele Gärten gibt, bei uns gibt es nicht so viele“, sagt Mathéo. Außerdem erklärt er, dass der Weihnachtsmarkt in seiner Heimatstadt nicht so groß sei.

Am Montag fahren die Schüler gemeinsam nach Papenburg und schauen sich die Meyer-Werft an, am Dienstag sind die Schüler in Leer bei einer friesischen Teezeremonie zu Gast.

In der übrigen Zeit können die Schüler ihre Zeit individuell gestalten. „Ein Schüler hat seine Austauschschüler direkt mit zum Fußballspiel auf die Alm genommen. Das ist natürlich klasse, dass sie die Schüler direkt mit in den Alltag einbinden“, sagt Leder.

Am Mittwoch geht es für die Austauschschüler zurück nach Frankreich. „Ich habe in den letzten Jahren gesehen, wie die Schüler innerhalb von einer Woche sehr zusammengewachsen sind und beim Abschied fließen dann manchmal schon Tränen“, erinnert sich Leder. Der Besuch von Spenger Schülern in Frankreich fand bereits im Juni statt.

NW, Artikel von Montag 09.12.2019