WB 10.12.2019

Sprachbarrieren beim Backen überwinden

Realschule Spenge: Frankreich-Austauschprogramm endet nach zwölf Jahren

Nach zwölf Jahren des Schüleraustausch-Programms der Realschule und der Marie-Eustelle Schule sind in diesen Tagen die französischen Schüler ein letztes Mal in Spenge zu Besuch. Grund für das Ende ist das Auslaufen der Spenger Bildungseinrichtung.

Passend zum Nikolaus Tag wurden die insgesamt 25 Jugendlichen der Marie-Eustelle-Schule in Marans, einer Stadt in der Größe vergleichbar mit Spenge, in der Aula der Realschule empfangen.

Nach der Begrüßung und der Übergabe eines Schoko-Nikolauses machten sich die 15 Familien der Realschüler zusammen mit ihren französischen Gästen auf den Weg zum Meller Weihnachtsmarkt. Dabei sammelten diese nicht nur erste Erfahrungen des deutschen Alltagslebens, sondern lernten mit Adventskränzen, dem Nikolaus, den Weihnachtsmärkten und Adventskalendern auch die adventlichen und vorweihnachtlichen Bräuche kennen.

Gleich am nächsten Tag hatten die Schüler und Gäste die Möglichkeit, sich in drei Räumen mit verschiedenen Projekten besser kennenzulernen. An einer Station war handwerkliches Geschick gefragt. Es musste ein Vogel-Brutkästen zusammengebaut werden.

Neben dem gemeinsamen Plätzchenbacken konnten sich die Schüler an einem Gewürzquiz probieren, bei dem sie den deutschen sowie französischen Begriff aufschreiben mussten. „Das handwerkliche Zusammenarbeiten hilft den Kindern, die Sprachbarriere zu überwinden“, erklärte Austauschbeauftragte Elisabeth Harting, die auch dieses Jahr zum letzten Mal das Programm tatkräftig unterstützte.

Nicht nur die Verbesserung der Sprachkompetenzen oder die interkulturellen Erfahrungen sind Ziele eines solchen Schüleraustausches. Besonders wichtig ist Schulleiter Ansgar Leder, dass seine Schüler der neunten und zehnten Klassen, die am Austausch teilnehmen, sich auch auf persönlicher Ebene entwickeln.

Bereits beim Besuch der Spenger Realschüler in Frankreich im Juni erkannte Leder, wie die 14- bis 15-Jährigen in sich gewachsen sind und nun eine Bereitschaft besitzen, auf andere Menschen zu zugehen trotz möglicher Sprachbarrieren. „Es ist charakterstärkend und eine Lehre fürs Leben“, so Schulleiter Leder. Das Programm des Schüleraustausches wurde im Jahr 2007 etabliert und stellte all die Jahre einen wichtigen Baustein des Schulprogramms dar.

Der Abschied der deutschen Schüler in Marans im vergangenem Sommer fiel sogar so schwer, dass sich beide Schulen dazu entschlossen hatten, nun ein letztes Mal die Deutsch-Französische Freundschaft zu festigen. „Dies war nur möglich, weil Lehrer und Eltern von der Idee überzeugt sind und sich mit Engagement in das Vorhaben einbringen“, freut sich Leder über die Tatkräftige Unterstützung.

Einer der französischen Austauschschüler ist der zwölfjährige Mathéo Grollier. Ihm gefallen besonders die Weihnachtsmärkte und der Garten seiner deutschen Gastfamilie, da diese beide größer ausfallen als in seiner Heimatstadt. Er versteht sich gut mit seinem deutschen „Austausch-Bruder“ Fynn Thör – aufgrund dessen guter französisch Kenntnisse.

Da die Realschule Spenge ausläuft und es immer weniger Schüler gibt, waren die Familien so gastfreundlich und bereit, mehrere Franzosen bei sich aufzunehmen. „Die Austauschpartner sind hierbei nicht zwangsläufig gleich alt, wobei der Altersunterschied bis zu vier Jahren nicht problematisch ist“, meinten die Organisatoren des Austauschs.

Für die nächsten Tage bis zur Abreise am Mittwoch stehen unter anderem noch eine Besichtigung der Meyer Werft in Papenburg, ein Kennenlernen der friesischen Teezeremonie in Laer und dem Besuch der Herforder Eisbahn an.

Auch hierbei lernen die französischen wie auch die deutschen Schüler, sich auf die Lebensumstände anderer Menschen und Kulturen einzulassen bei dem gleichzeitig auch sprachliche Hürden überwindet werden.

WB, Artikel von Dienstag 10.12.2019