NW 01.02.2020

Realschüler pflanzen 120 Sträucher

Friedhelm Diebrock vom NABU erklärt den Spenger Neuntklässlern, warum eine Hecke so wichtig für Tiere ist.

Nachdem die Zehntklässler der Realschule Spenge im Dezember 50 junge Bäume an der Straße Am Walde gepflanzt hatten, setzten nun die Neuntklässler die Pflanzaktion fort. 120 Sträucher pflanzten die Jugendlichen am Donnerstag ein, damit daraus eine große Hecke wachsen kann.

„Die hohen Sträucher kommen in die Mitte, die weniger hohen nach außen“, sagte Friedhelm Diebrock vom NABU, der die Schüler anleitete. „Hecken sind wichtig für alle Tiere. Sie bilden einen wichtigen Lebensraum.“

Diebrock hatte die Pflanzen auf seinem Anhänger dabei: Je zehn Wildrosen, Schwarzer Holunder, Kornellkirschen, Ohrweiden, Weißdorn, Pfaffenhütchen,Hartriegel, Heckenkirschen, Vogelbeeren und Felsenbirnen fanden ihren Standort auf dem Betriebsgelände der Firma Orgakett am Industriezentrum, die auch die Pflanzen gesponsert hatte.

Hecken nicht nur für Tierwelt wichtig

„Wir möchten gern etwas für die Natur tun“, unterstrich Geschäftsführer Manuel Heidbrink. Bevor die 23 Schülerinnen und Schüler zum Spaten griffen, erläuterte Diebrock die Wichtigkeit von Hecken. „Es gibt einen großen Artenschwund,weil vielen Tieren die Lebensräume fehlen.“ Hecken böten nicht nur Vögeln und Insekten, sondern auch Wildtieren Lebensraum, Unterschlupf und Nahrung. „Die Anzahl der Vögel ist um die Hälfte zurück gegangen, die Anzahl von Insekten ist in den vergangenen Jahren bereits auf ein Viertel geschrumpft“, machte er deutlich. Zudem bremsen Hecken die Auswirkungen von Sturm und Wind, die den Humus vom Acker blasen. „In Hecken fangen sich Unkrautsamen, auch das ist wichtig“, unterstrich Diebrock weiter. „Hecken haben einen großen Wert für Flora und Fauna.“

Klimaproblematik im Unterricht behandelt

Schulleiter Ansgar Leder war Friedhelm Diebrock,der Kreisvorsitzender des NABU und zugleich auch Gärtner ist, dankbar, dass er den Kontakt zur Firma Orgakett hergestellt hatte. Im Schulunterricht sei die Klimaproblematik auf unterschiedliche Weise behandelt worden. „Nun werden die Schüler selbst aktiv und tun etwas für die freie Natur und die in ihr lebenden Tiere“, sagte er. „Vielleicht finden wir noch weitere Flächen, wo wir Anpflanzungen vornehmen können.“

Elisabeth Harting, an der Spenger Realschule Lehrerin für Biologie und Religion, freute sich, wie tatkräftig auch die Neuntklässler bei der Sache waren. „Der Zusammenhalt ist groß bei dieser Pflanzaktion, und auch die Hilfsbereitschaft untereinander“,stellte die Lehrerin fest. „Und trotz der Kälte haben es die Schüler geschafft, die Stimmung hoch zu halten.“

NW, Artikel von Samstag 01.02.2020