WB 01.02.2020

Anpacken fürs Klima

Realschüler pflanzen Hecke als CO2-Kompensator und schaffen neuen Lebensraum

„Die Bilder von brennenden Wäldern und sterbenden Tieren in Australien haben uns alle bewegt. Da wollten wir selbst aktiv werden“, sagt Jeremy Oldemann. Mit Gummistiefeln steht der Neuntklässler der Spenger Realschule gemeinsam mit seinen gut 20 Jahrgangskameraden auf einer Freifläche im Industriezentrum und gräbt mit einem Spaten Löcher in den verwurzelten Boden.

120 Sträucher pflanzen die Schüler hier zu einer Hecke an. Sachkundige Unterstützung gibt es vom Vorsitzenden der Nabu Kreisgruppe Herford, Friedhelm Diebrock. „Hecken sind ganz wertvolle Lebensräume für Vögel, Insekten, kleine Säugetiere und sogar Eidechsen“, erzählt der Fachmann. Wichtig sei die Pflanzenvielfalt. „Damit wir zu unterschiedlichen Zeiten Blüten und Früchte haben, setzen wir Weißdorn, schwarzen Holunder, Hartriegel, Pfaffenhütchen, Faulbaum, Vogelbeere und andere Sträucher.“ Und ja, auch Dornenbüsche seien dabei ein schützender Lebensraum für Vögel.

Alle fünf bis sechs Jahre sei ein Pflegeschnitt angebracht, so der Fachmann. Den Schnitt könne man einfach unter der Hecke liegen lassen. Auch der biete ein tolles Habitat.

Nach der Baumpflanzaktion „Am Walde“ ist dies das zweite Mal, dass Schüler der Realschule aktiv werden, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Fächerübergreifend ist das Besorgnis erregende Phänomen im Unterricht behandelt und auf vielfältige Weise ausgeleuchtet worden. Ein Klima-Work-Shop mit verschiedenen Experten, die Teilnahme am Jugendklimagipfel und eine Diskussionsrunde mit den Spenger Ratsfraktionen gehörten dazu.

„Den Klimawandel nur im Unterricht zu thematisieren reicht nicht. Die Schüler wollen selbst aktiv werden“, ist die Beobachtung von Schulleiter Ansgar Leder. „In zehn, 15 Jahren können wir uns noch anschauen, was wir hier gemacht haben“, meint Eric Danielmeyer mit Blick über die Strauchreihen.

Kalt? – „Ja, aber wenn man sich bewegt und arbeitet, wird es wärmer“, sagt Alex Babkow, der schon so manchen Strauch entlang der Richtschnur sorgsam eingegraben hat. Sicher käme er hier noch häufiger vorbei, um zu schauen, wie sich die Hecke entwickle, meint der Realschüler. Etwas Nachhaltiges geschaffen zu haben, ist den Neuntklässlern wichtig.

Gesponsert wurden die Pflanzen von Manuel Heidbrink, der als Geschäftsführer der Firma Orgakett auch die Freifläche direkt neben dem Firmengebäude zur Verfügung gestellt hat und die Pflanzung einer Hecke ausdrücklich befürwortet. „Wir sind seit 2012 am Standort und haben schon früh angefangen, unser Areal möglichst naturnah zu gestalten, indem wir die Pflanzen haben wachsen lassen und zusätzlich einen kleinen Teich angelegt haben“, erklärt er. Als Etikettendruckerei sei Orgakett Teil der Verpackungsmittelindustrie, die ein großer Müllproduzent sei und sich durchaus wandeln könne, aber auch müsse.

WB, Artikel von Samstag 01.02.2020

WB 01.02.2020

Anpacken fürs Klima

Realschüler pflanzen Hecke als CO2-Kompensator und schaffen neuen Lebensraum

„Die Bilder von brennenden Wäldern und sterbenden Tieren in Australien haben uns alle bewegt. Da wollten wir selbst aktiv werden“, sagt Jeremy Oldemann. Mit Gummistiefeln steht der Neuntklässler der Spenger Realschule gemeinsam mit seinen gut 20 Jahrgangskameraden auf einer Freifläche im Industriezentrum und gräbt mit einem Spaten Löcher in den verwurzelten Boden.

120 Sträucher pflanzen die Schüler hier zu einer Hecke an. Sachkundige Unterstützung gibt es vom Vorsitzenden der Nabu Kreisgruppe Herford, Friedhelm Diebrock. „Hecken sind ganz wertvolle Lebensräume für Vögel, Insekten, kleine Säugetiere und sogar Eidechsen“, erzählt der Fachmann. Wichtig sei die Pflanzenvielfalt. „Damit wir zu unterschiedlichen Zeiten Blüten und Früchte haben, setzen wir Weißdorn, schwarzen Holunder, Hartriegel, Pfaffenhütchen, Faulbaum, Vogelbeere und andere Sträucher.“ Und ja, auch Dornenbüsche seien dabei ein schützender Lebensraum für Vögel.

Alle fünf bis sechs Jahre sei ein Pflegeschnitt angebracht, so der Fachmann. Den Schnitt könne man einfach unter der Hecke liegen lassen. Auch der biete ein tolles Habitat.

Nach der Baumpflanzaktion „Am Walde“ ist dies das zweite Mal, dass Schüler der Realschule aktiv werden, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Fächerübergreifend ist das Besorgnis erregende Phänomen im Unterricht behandelt und auf vielfältige Weise ausgeleuchtet worden. Ein Klima-Work-Shop mit verschiedenen Experten, die Teilnahme am Jugendklimagipfel und eine Diskussionsrunde mit den Spenger Ratsfraktionen gehörten dazu.

„Den Klimawandel nur im Unterricht zu thematisieren reicht nicht. Die Schüler wollen selbst aktiv werden“, ist die Beobachtung von Schulleiter Ansgar Leder. „In zehn, 15 Jahren können wir uns noch anschauen, was wir hier gemacht haben“, meint Eric Danielmeyer mit Blick über die Strauchreihen.

Kalt? – „Ja, aber wenn man sich bewegt und arbeitet, wird es wärmer“, sagt Alex Babkow, der schon so manchen Strauch entlang der Richtschnur sorgsam eingegraben hat. Sicher käme er hier noch häufiger vorbei, um zu schauen, wie sich die Hecke entwickle, meint der Realschüler. Etwas Nachhaltiges geschaffen zu haben, ist den Neuntklässlern wichtig.

Gesponsert wurden die Pflanzen von Manuel Heidbrink, der als Geschäftsführer der Firma Orgakett auch die Freifläche direkt neben dem Firmengebäude zur Verfügung gestellt hat und die Pflanzung einer Hecke ausdrücklich befürwortet. „Wir sind seit 2012 am Standort und haben schon früh angefangen, unser Areal möglichst naturnah zu gestalten, indem wir die Pflanzen haben wachsen lassen und zusätzlich einen kleinen Teich angelegt haben“, erklärt er. Als Etikettendruckerei sei Orgakett Teil der Verpackungsmittelindustrie, die ein großer Müllproduzent sei und sich durchaus wandeln könne, aber auch müsse.

WB, Artikel von Samstag 01.02.2020