WB 10.10.2020

Schulleiter Ansgar Leder und Lehrerin Elisabeth Harting von der Realschule Spenge gratulieren ihrer ehemaligen Schülerin Leonie Hartke zu der Ehrung durch den Ministerpräsidenten des Landes, Armin Laschet. Foto: Dembert

Von Daniela Dembert
Spenge (WB). „So ein Abschlusszeugnis habe ich in meinen ganzen 20 Jahren hier an der Schule noch nicht gesehen“, sagt Elisabeth Harting. Die Lehrerin der Spenger Realschule ist stolz und freut sich über die hervorragenden Leistungen ihrer ehemaligen Schülerin Leonie Hartke. Die 17-Jährige hat im Sommer mit einem Notendurchschnitt von 1,0 einen sensationell guten Abschluss hingelegt. Als Schulleiter Ansgar Leder diese besondere Leistung dem zuständigen Ministerium des Landes kundtat, flatterte der verdutzten Schulabsolventin sogar eine von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet unterzeichnete Urkunde in den Briefkasten. „Wir finden, so eine Leistung ist einfach der Erwähnung wert“, betont Ansgar Leder. Zumal, wie Harting als Leonies ehemalige Klassenlehrerin ergänzt, ihr Primus stets geerdet und fleißig gewesen ist. „Und dabei immer so sozial. Leonie war für ihre Klassenkameraden immer nahbar, immer ansprechbar und hat uns Lehrern durch ihre Mitarbeit das Lehren erleichtert.“ Das soziale Engagement der Schülerin geht weit über den Klassenraum hinaus. Maßgeblich hat sie die Schulolympiade am Abschlusstag ihres Jahrgangs koordiniert, bei der Schüler gegen Lehrer im sportlichen und geistigen Wettbewerb gegen einander antraten. „Das war dieses Jahr unter Corona-Bedingungen schon etwas schwierig“, blickt die Schülerin zurück. In ihrer Freizeit ist die 17-Jährige ehrenamtlich in der evangelischen Jugend engagiert, hat in den Sommerferien die Ferienspiele für Jüngere mit gestaltet. „Etwas in der sozialen Richtung wollte ich schon immer machen. Und Abitur eigentlich auch. Das mache ich jetzt mit berufsspezifischem Hintergrund“, berichtet sie. Nach Abschluss der Realschule mit Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe hat die Einserschülerin sich für eine Ausbildung zur Erzieherin entschieden und besucht jetzt das AnnaSiemsen-Berufskolleg, wo sie ausbildungsbegleitend das Abitur macht. An ihre Schulzeit in der Spenger Realschule denkt sie gern zurück, beispielsweise an den Frankreichaustausch mit dem Besuch der Franzosen im vergangenen Dezember. „Wir haben mit denen Nikolaus gefeiert, was sie aus Frankreich gar nicht kannten.“ Mathe, Französisch und Englisch seien ihre Lieblingsfächer gewesen. Das Lernen an der auslaufenden Schule habe so seine Vorteile gehabt, berichtet Leonie. Die Atmosphäre unter den Schülern sei beinah familiär gewesen. „Und in den kleinen Lerngruppen hat man immer die Möglichkeit gehabt nachzufragen. Das hat schon geholfen.“ Für Nicole Hartke, Leonies Mutter, ist vor allem das Vermitteln von Gemeinschaft ein wichtiger Aspekt in der pädagogischen Arbeit der Schule gewesen. „Es kam auf das ‚Wir‘ an und trotzdem wurde jeder darin bestärkt, seine Persönlichkeit zu entwickeln“, meint sie. Ein Umstand, der der Spitzenschülerin an ihrer wesentlich größeren neuen Schule sicher zu Gute kommt.

WB, Artikel von Samstag 10.10.2020